Jesaja 5;20

Weh denen, die Böses gut und Gutes böse
nennen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen, die aus sauer süß und
aus süß sauer machen!
 

Gedanken zum Vers

Gott spricht hier ein "Wehe" über denen aus, die moralische Grundsätze auf den Kopf stellen, die die Sünde ehrbar machen und meinen, dass Reinheit etwas wenig Wünschenswertes sei. Seit vielen Jahren erfahren wir in unserem Land einen dramatischen Wertewandel. Die Beispiele sind zahl-reich. Christlich geprägte Werte, die sich von den zehn Geboten der Bibel herleiten ließen, verdunsten nach und nach. Sie sind aus dem Bewusstsein unserer Gesellschaft weitgehend ver-schwunden. Der Wert von Ehe und damit verbunden auch der Umgang mit Sexualität ist liberalisiert und individualisiert. Wir spüren folgerichtig in der Gesellschaft einen Verlust von Verbindlichkeit. Beim Thema Abreibung ist erkennbar, dass der Schutz menschlichen Lebens ebenso individuell entschieden wird. Die kommende Debatte über Sterbehilfe, lässt nichts Gutes erwarten für Menschen, die schwer pflegebedürftig werden. Die ganze Genderthematik und Geschlechterdiskussion verunsi-chert Heranwachsende in ihrer Persönlichkeits- und Identitätsfindung Ich sehe zwei Gründe für diese erschreckende Entwicklung.

Zuerst einmal haben die Menschen die Grundsätze und absoluten Werte verlassen, die man in der Bibel findet. Heute ist Moral eine Sache der eigenen persönlichen Interpretation.
Und zweitens: Die gleichen Leute die Sünde (Kindstötung, Ehebruch usw.) rechtfertigen, stellen ihre Sünde als ein rechtmässiges Verhalten hin. Andere, die es schwierig finden, Sünde direkt zu rechtfertigen, nehmen stattdessen ihre Zuflucht zu persönlichen Angriffen, das heißt, sie machen den Charakter derer schlecht, die aufgrund ihrer Frömmigkeit ethische Werte verteidigen.
Zu denen, die moralische Grenzen einfach umstoßen, kommen noch diejenigen, die sich damit zufriedengeben, die Unterschiede

zu verwischen und unkenntlich zu machen. Leider sind davon etli-che führende Leute in den Kirchen. Anstatt sich deutlich auf die Seite der Bibel zu stellen und Sünden beim Namen zu nennen, schleichen sie wie die Katze um den heißen Brei. Sie geben damit zu verstehen, dass solches Verhalten letzten Endes gar nicht schlecht zu nennen sei. Nach ihren Worten ist Trunksucht eine Krankheit. Sexuelle Perversion ist nur ein anderer Lebensstil. Geschlechtsverkehr außerhalb der Ehe ist erlaubt, wenn er von der umgebenden Kultur akzeptiert wird. Abtreibung, Nacktheit in der Öffentlichkeit und Prostitution sind persönliche Rechte jedes Menschen, die nicht eingeschränkt werden dürfen. Solch ein verwirrtes Denken zeigt, dass es hier bedrohlich an moralischer Einsicht fehlt. Und solche verdrehten Argumente sind Lügen des Teufels, der die Menschen schließlich ins endgültige Verderben zieht. Dass Gott dieses Abdriften von seinem Wort mit einem Weheruf belegt, weist uns darauf hin, dass sündiges Verhalten unweigerlich schlimme Folgen haben wird. Für unsere Gesellschaft sicherlich. Für die Zukunft unseres Landes wie der ganzen Welt. Aber auch persönlich. Denn jeder Mensch wird sich einmal vor Gott für sein Handeln verantworten müssen. Spätestens dann werden die Moralverdreher ihr gerechtes Urteil erhalten. Für uns, die wir am Wort Gottes festhalten und ihm die Treue halten, wird der Wind des Zeitgeistes sicherlich rauer, aber dafür hat Gott seinen Segen verheißen.
Ich wünsche uns allen den Mut und die Kraft, an den Maßstäben der Bibel festzuhalten und in unserem Umfeld dafür einzutreten.

Andreas Klement