Haggai 1, 7-9

So spricht der Herr der Heerscharen: Achtet doch aufmerksam

auf eure Wege!

Geht auf das Bergland und holt Holz und baut das Haus! Dann werde ich Wohlgefallen daran haben und verherrlicht werden, spricht der Herr.

Ihr habt viel erwartet, doch siehe, es wurde wenig daraus; und brachtet ihr es heim, so blies ich es weg! Warum das? So spricht der Herr der Heerscharen: Um meines Hauses willen, das in Trümmern liegt, während jeder von euch eilt, um für sein eigenes Haus zu sorgen!

Gedanken zum Vers

Das klingt nach vergeblicher Mühe. Diese Feststellung steht im Zusammenhang mit der Rüge des Herrn an das Volk von Juda,

weil es den Wiederaufbau des Tempels eingestellt hatte, während es selbst bequem in seinen getäfelten Häusern wohnte. Die Bewohner Judas hätten durch ihre jüngste Geschichte gewarnt sein sollen. Wenn sie das Haus Gottes vernachlässigten, erlitten sie Hunger, Durst und Armut. Nun befahl ihnen der Herr, mit der Arbeit am Tempel zu beginnen. Solange das Haus Gottes in Trümmern lag, hätten sie nichts als Dürre zu erwarten. Vergebliche Mühe, wegen falsch gesetzter Prioritäten. Geht es uns nicht auch oft so, dass wir arbeiten, schaffen und uns mühen, aber am Ende haben wir oft das Gefühl, es ist nicht viel Nützliches dabei übriggeblieben? Das passiert nicht nur im persönlichen Leben, sondern auch im Gemeindealltag. Die erste Gruppe des jüdischen Volkes kehrte unter Serubbabel aus Babylon ins Land Israel zurück. Das Land lag brach, Jerusalem und der Tempel waren zerstört. Der Auftrag war, den Tempel wieder aufzubauen, aber 16 Jahre lang tat sich nichts. Ich wage mal eine mutige Übertragung in unsere Situation:

Wir kommen gerade zurück aus der „Corona-Verbannung“ und stehen wieder in unserem „Land“ – in einer Lebenssituation, in

der Manches zerstört ist, vieles anders ist und neue Herausforderungen vor uns stehen. Wir haben es uns vielleicht schön einge-

richtet mit Online-Predigten und wenig Kontakt und den Wert Gemeinschaft vergessen (hoffentlich nicht!).

Auch uns fordert der Herr auf, den Tempel wiederaufzubauen! Nun geht es ja nicht um einen Tempel aus Stein und Holz, sondern um unser Glaubens- und Gemeindeleben. Einiges kann reaktiviert werden, anderes kann und muss neu entstehen. Ich denke schon, dass wir einen göttlichen Stups brauchen, um wieder in Gang zu kommen. Es wird und darf nicht so sein, dass wir uns zufriedengeben, wenn wir unsern Gemeindealltag wieder einigermaßen so wie vor Corona führen können. Es ist auch mit der Welt und der Gesellschaft viel passiert und wir haben einmal mehr den Auftrag Hoffnung und Versöhnung mit Gott zu verbreiten.

Lasst uns den Aufruf des Herrn folgen: Achtet aufmerksam auf eure Wege und auf eure Zeit! (Haggai 1, 5 und 7; 2, 15 und 18)

Wir wollen im Gebet erbitten und hinhören, was der Herr mit uns als Einzelne und mit uns allen als Gemeinde jetzt vorhat.

Ich bin gespannt.

Jörg Hummel