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2. Mose 23,2

Du sollst dich nicht der Mehrheit anschließen,

wenn sie im Unrecht ist.

Gedanken zum Monatsspruch

Liebe Leser des Gemeindefensters,


ich möchte einige Gedanken zum Monatsspruch aus 2. Mose 23,2 mit euch teilen:
Der Bibelvers fordert uns auf: „Du sollst dich nicht der Mehrheit anschließen, wenn sie im Unrecht ist.“


Das ist eine Aufforderung, ethisch und moralisch standhaft zu bleiben, selbst wenn die Masse etwas anderes tut. Es ist ein Ruf zur Gerechtigkeit und zur Wahrhaftigkeit, der uns ermahnt, unabhängig und mutig unseren eigenen Weg in Gottes Ordnungen zu gehen, selbst wenn das bedeutet, gegen den Strom zu schwimmen. Sei ein lebendiger Fisch und schwimme gegen den Strom. Nur die toten Fische schwimmen immer mit dem Strom, lassen sich von allen andern treiben.
Der Vers steht im Zusammenhang mit den Geboten, die Gott den Israeliten durch Mose gab. Diese Gebote sollten das Zusammenleben der Gemeinschaft regeln und eine gerechte Gesellschaft formen. Der Fokus liegt hier auf der Bedeutung der Integrität und der Unabhängigkeit des Einzelnen in moralischen Fragen. Es geht um das Prinzip, dass Gerechtigkeit nicht von der Anzahl derer abhängt, die eine Meinung vertreten, sondern von der Wahrheit und der Gerechtigkeit selbst.
In den Versen um 2. Mose 23,2 geht es darum, wie man sich in Rechtsangelegenheiten verhalten soll. Es wird davor gewarnt, falschen Zeugen zu folgen oder die Wahrheit zu verdrehen, nur weil es die Mehrheit so tut. Stattdessen sollen wir für die Wahrheit einstehen, auch wenn das bedeutet, gegen die Masse zu stehen.
Ich möchte hier zwei Anwendungen im Alltag nennen


1. In der Schule oder am Arbeitsplatz
Stellen wir uns vor, du bist in einer Situation in der Schule oder am Arbeitsplatz, in der die Mehrheit deiner Kollegen oder Mitschüler über einen Kollegen herzieht, Gerüchte verbreitet oder ihn mobbt.

Es kann leicht sein, sich der Mehrheit anzuschließen, um nicht selbst zum Außenseiter zu werden

oder um Konflikte zu vermeiden. Doch dieser Vers ermutigt uns, für das Richtige einzustehen und gegen Mobbing und Ungerechtigkeit zu sprechen.

2. Entscheidungen in der Gemeinschaft
Ein weiteres Beispiel könnte sein, wenn es um Entscheidungen in einer Gemeinschaft geht, sei es in der Gemeinde, im Verein oder in einem politischen Kontext. Vielleicht gibt es eine Entscheidung, bei der die Mehrheit für etwas stimmt, das ungerecht oder unethisch erscheint, zum Beispiel der Bau eines Projekts, das die Umwelt schädigt oder Menschen benachteiligt. Anstatt einfach der Mehrheit

zu folgen, ruft uns dieser Vers auf, unsere Stimme zu erheben, Bedenken anzumelden und nach Alternativen zu suchen, die gerecht und richtig sind. Auch wenn es unbequem ist, kann es notwendig sein, sich gegen den Mehrheitswillen zu stellen, um das Richtige zu tun.


Der Bibelvers aus 2. Mose 23,2 erinnert uns daran, dass Gerechtigkeit und Wahrheit nicht durch die Anzahl der Unterstützer bestimmt werden, sondern durch die Prinzipien, die sie vertreten. In einer Welt, die oft vom Konsens der Mehrheit geprägt ist, fordert uns dieser Vers heraus, eine moralische Haltung einzunehmen und standhaft zu bleiben. Mögen wir die Kraft und den Mut haben, für das Richtige einzutreten, auch wenn es bedeutet, gegen die Mehrheit zu stehen.


Euer Andreas Klement

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